Predigt zu Karneval 2021

Predigt in Reimform von Rudolf Kleyboldt

Predigt zu Karneval 2021

Zu Karneval hier ist es üblich,
zu predigen mal ganz vergnüglich;
in Versen gar, das Volk zu lehren,
damit die Menschen sich bekehren.

Doch ist das diesmal wirklich richtig,
Humor und Freude gar so wichtig,
wo mancher bangt gar um sein Leben?
So manches spricht wohl auch dagegen.

Corona nutzt man nicht für Scherze,
so sagen Pfleger und auch Ärzte.
Ich möchte es dennoch hier so machen,   
man kann auch über Schweres lachen.

Humor ist grad in düstren Zeiten
ein Weg, der uns getrost kann leiten,
das Leben nicht zu ernst zu nehmen
und sich nicht pausenlos zu grämen.

Denn daran glauben wir doch alle,
dass wir im ernsten Todesfalle,
das Leben neu geschenkt bekommen,
und das gilt nicht nur für die Frommen.

Wir sind erlöst durch Gottes Hand,
der hat des Todes Macht gebannt.
Drum will ich jetzt in Versen fassen,
und mit Humor euch lächeln lassen.

Ich will erzählen von Corona,
und dann auch noch von unsrer Oma.
Von Beiden wir was lernen können,
einiges will ich hier nennen.

Was sonst man macht zu Karneval,
das sieht man heut schon überall.
Mit Masken wir uns müssen schützen
auch in der Kirche soll´n sie nützen.

Vor Mund und Nase wir sie tragen,
damit das Virus nicht kann schaden.   
Ich find´, der Mundschutz könnte bleiben,
um Übelkeiten zu vermeiden,

wenn Messdiener das Rauchfass schwingen,
und wir mit unserem Atem ringen.
Der Weihrauch würde dann gefiltert
und mancher Husten so gemildert.

Auch Abstand wäre durchaus fein,
es könnten auch drei Meter sein.
So ist`s im Münsterland doch üblich.
Warum nur einen Meter fünfzig?

Die Plätze sind jetzt nummeriert
im Kirchenschiff; nicht eingraviert,
auf blank geputzten Schildern,
wie ehemals, um zu verhindern,

dass jemand, der´s noch nicht kapiert,
den Platz besetzt, ganz ungeniert.
Die Nummern gibt`s, damit man schnell
im allerschlimmsten Virusfall,

den Überträger besser findet
und so den Virus überwindet.
Die Nummern könnte man behalten,
um die Gemeinde zu verwalten.

Gefallen würd`s dem Herrn Pastor,
ihr Narren seid jetzt mal ganz Ohr,
die Schäflein könnt` er besser zählen
und prüfen, ob ihm welche fehlen.

In diesen heilgen Hallen hier
es riecht auch manches Mal nach Bier.
Doch macht euch darum keine Sorgen,
wenn das passiert am frühen Morgen.

Am Eingang muss jetzt jedermann,
so gut er`s eben selber kann,
mit Alkohol die Hände reiben,
um so den Virus zu vertreiben.

Ich fänd es freilich viel, viel besser,
wenn ich dann nach der heilgen Messe
gleich in der Krone nebenan
ein leck`res Bier genießen kann.

Doch eines macht mir doch zu schaffen.
Das Singen wir jetzt müssen lassen.
Wo sonst ich oft aus voller Kehle,
mit ganzem Herzen, ganzer Seele,

die Stimme konnt` erklingen lassen,
da muss ich jetzt wohl leider passen.
Mir fehlt das Singen, muss ich sagen,
doch will ich hier nicht zu laut klagen.

Ich könnt` zwar in der Badewanne
mal ganz laut singen, voll Kanne.
Doch was würd` meine Frau dann sagen,
wenn ich dort singend würde klagen:

Ach, dass ich dich so spät erkannte,
du hochgelobte Schönheit du,
dass ich nicht eher mein dich nannte,
du höchstes Gut du wahre Ruh;
es ist mir leid, ich bin betrübt,
dass ich dich ach so spät geliebt.    Gotteslob Nr. 358, 2. Strophe

So mancher hat sich dran gewöhnt,
ich wüsste nicht, dass jemand stöhnt,
wenn er im livestream nun die Wandlung,
und auch die ganze heilge Handlung,

im Internet nun kann betrachten.
Man muss nicht auf die Kleidung achten.
Man muss die Kirche nicht besuchen,
und kann dabei noch essen Kuchen.

Vom Sofa aus, die Beine hoch,
da fehlt dann nur der Kaffee noch.
Die Zähne könn´ im Glase bleiben,
man kann dabei noch Briefe schreiben,

oder das Mittagessen kochen
in Schlafanzug und Filzpantoffeln.
Ein Segen ist´s wohl für die Kranken
und alle, die sich viel Gedanken

um die Gesundheit müssen machen.
Die haben wirklich nichts zu lachen.
Doch soll´n wir all das beibehalten,
Sonntags nur den PC einschalten?

Für manche mag das praktisch sein,
doch dabei bleiben sie allein.
Persönlich fänd` ich das nicht richtig,
denn mir ist die Gemeinschaft wichtig. 

Corona hat uns auch gelehrt,
was wertvoll ist und wirklich wichtig:
Was helfen kann in großer Not,
ist mehr als nur das täglich Brot,

als Nudeln oder Klopapier,
als Hefe oder auch das Bier.
Unsere Oma wusste das,
drum hatte sie auch stets parat,

den Rosenkranz, die Lichtmesskerzen,
das Bild von Jesu heil´gem Herzen,
das Weihwasser und das Laudate,
war schon ne abgegriff´ne Schwarte.

Das Kreuz war auch stets griffbereit,
so war sie immer gut gefeit.
Wir sollten da nicht drüber lachen
und keine blöden Witze machen.

Es sind doch alles heil`ge Zeichen,
die können unser Herz erreichen.
Sie können Mut und Hoffnung schenken
das sollt ihr dabei stets bedenken.

Das gilt erst recht in diesen Zeiten,
mög` Gott uns gut hindurchgeleiten.
Wir könn` auch auf die Heilgen blicken,
ein Bittgebet zum Himmel schicken.

Doch wer kann uns in Seuchenzeiten
auf unserm Lebensweg begleiten?
Corona ist`s, die trägt den Namen,
den auch die schlimmen Viren tragen.

Sie könnte sich doch auch einschalten
und Fürsprache beim Herrn mal halten.
Doch wollen wir den Blick nun lenken,
das Tagesevangelium bedenken

und hören, was der Herr uns sagt.
Der Aussatz einen Mann dort plagt.
Er war schon lang in Quarantäne,
der Schnurrbart lang und auch die Mähne,

kein Mensch ihm durfte nahekommen,
die Hoffnung war schon lang zerronnen.
Er fiel vor Jesus auf die Knie,
in seiner Not er zu ihm schrie.

Der streckte aus die güt`ge Hand,
berührte ihn und sein Gewand
und sagte zu ihm: werde rein.
Dann schärfte er ihm gleich noch ein:

Das Eine will ich dir noch raten,
red` nicht so viel von meinen Taten.
Ich bin kein Scharlatan, kein Held
und mach es auch nicht für viel Geld.

Mir sollt ihr keinen Beifall spenden,
sondern an Gott, den Herrn, euch wenden.
Ich will euch Gottvertrauen lehren,
zum rechten Glauben euch bekehren.    

Das gilt auch uns, die wir jetzt fragen:
Was will der Herr uns damit sagen?
Wir dürfen auch mit unsrer Not
uns wenden an den gnäd´gen Gott.

Er ist es, der uns hilft und trägt,
der unser ganzes Leben prägt.
Ein Zweites sollt ihr auch noch wissen:
Der Glaube ist kein Ruhekissen.

Er fordert auf zu guten Taten,
das kann ich euch nur dringend raten.
Schließt keinen von der Liebe aus,
lasst offen stets das Gotteshaus.

Ein jeder soll hier Heimat finden.
Gott liebt die Lahmen und die Blinden,
die Jungen, Alten und die Kinder,
die Braven und wohl auch die Sünder.

Bleibt also eurem Glauben treu.
Dann wird der Segen werden neu.
Nun muss ich auch zu Ende kommen,
denn sonst beschweren sich die Frommen.

Vergessen wir bis Übermorgen
des Alltags Last und alle Sorgen.
Am Mittwoch wird es ernster werden,
dann denken wir auch an das Sterben.

Das Aschekreuz es wird zum Zeichen,
dass jeder mal muss von hier weichen.
Doch Gott hat jedem zugedacht,
drum all ihr Narren, habt jetzt acht,

des Himmels Tür, wir dürfen hoffen,
uns steht am Ende ganz weit offen.
Drum lasst uns Gott nun freudig loben,
der schaut vom Himmel jetzt dort oben.

auf uns ganz amüsiert herab.
Jetzt bin ich fertig und tret` ab.

De - un - Da           Halleluja