Tauffeier

Begrüßung am Kircheneingang

Die Tauffeier beginnt am Eingang der Kirche. Die Bedeutung ist einfach: Die Taufe selbst ist der „Eingang“ zur Gemeinschaft der Kirche! Der Taufspender (Priester, Diakon) begrüßt Kinder, Eltern und Paten, und geleitet sie durch den Mittelgang zu den vorderen Bänken; währenddessen wird ein Lied gesungen (z.B. GL 148,1-3; 392,1+5). Fragen nach der Bereitschaft zum Glaubensweg Damit ein Christ seinen Weg in der Kirche gehen kann, braucht er Vorbilder und Wegbegleiter. Als Kinder lernen wir durch Nachahmung, als Erwachsene durch Reflexion. Deshalb gilt: „Man muss die Kinder gar nicht erziehen, sie machen einem ja doch alles nach“ (Heinrich Pestalozzi). Und: „Das Leben der Eltern ist das Buch, in dem die Kinder lesen“ (Aurelius Augustinus). Die Eltern und Paten werden deshalb gefragt, ob sie bereit sind, Vorbilder und Wegbegleiter im Glauben zu sein. Es ist wichtig, den Kindern einen erwachsenen Glauben vorzuleben: „Wenn der Glaube zu klein ist, wächst man heraus; er muss zu groß sein, dann kann man hineinwachsen.“

Wortgottesdienst

Ein Wort der Bibel (Lesung, Evangelium) wird durch eine Ansprache auf die Taufe hin gedeutet, evt. ergänzt durch ein Lied (z.B. GL 448,1+4). Anschließend zeichnen wir ein kleines Kreuz auf die Stirn der Kinder als Zeichen dafür, dass wir uns freuen, dass sie zu Jesus Christus gehören. Dann können die Heiligen als Fürsprecher angerufen werden; dabei machen wir uns bewusst, dass alle Christen zusammen die „Gemeinschaft der Heiligen“ sind.

Fürbitten

Die Eltern (und Paten) sind eingeladen, eine Fürbitte oder einen Wunsch für ihr Kind vor Gott zu tragen. Es kann ein frei gesprochener Wunsch oder eine vorher schriftlich formulierte Bitte sein. Der Taufspender lädt die Eltern (und Paten) ein, dies vom Platz aus zu tun. Bei größeren Taufgemeinden reicht er dazu ein Mikrofon. Das Gebet im Gotteslob Nr. 490 ist ebenfalls als Fürbittgebet oder als Zusammenfassung der verschiedenen Wünsche und Bitten geeignet.

Am Taufbrunnen

Die ganze Gemeinde macht sich zum Taufbrunnen auf; während der Prozession kann ein Lied gesungen werden (z.B. GL 848,1+2). Der Taufspender segnet zuerst das Taufwasser. Dann stellt er einige Fragen zum Glauben. Das Kind kann seinen Glauben ja noch nicht bekennen, es braucht überzeugte und überzeugende Eltern und Paten, die dies in Worten und Taten tun; die sich dem Bösen widersetzen und ihren Glauben an Gott bekennen. Die Antworten lauten „Ich widersage“ und „Ich glaube“ – der jeweiligen Frage entsprechend.

Glaube und Taufe

Das Glaubensbekenntnis ist die Taufurkunde aller Christen weltweit (vgl. Gotteslob Nr. 3,4 und die „Katechese zum Glaubensbekenntnis“). Es wird unmittelbar mit der eigentlichen Taufhandlung – dem Übergießen mit Wasser – verbunden, denn ohne Glauben gibt es keine Taufe. Nach der Taufe auf den Namen des Dreifaltigen Gottes wird das Halleluja (z.B. GL 175,2) angestimmt: Denn durch die Taufe werden wir verbunden mit Jesus Christus, dem Gekreuzigten und Auferstandenen; sein neues, unvergängliches österliches Leben wird uns geschenkt.

Das Taufwasser

Wasser ist das Ursymbol des Lebens. Es bedeutet Leben und Reinheit. Die Taufe bezeichnet neues Leben, sie bewirkt die Vergebung der Sünden. Die Bedeutung des Taufwassers geht aber noch weitaus tiefer: Die Wassertaufe ist ein Zeichen für den Tod und die Auferstehung Jesu Christi. In den ersten christlichen Jahrhunderten wurden nur Erwachsene getauft, nachdem sie eine längere Vorbereitungszeit (Katechumenat) durchlaufen hatten. Bei ihrer Taufe tauchten sie dann ganz unter, bis sie keine Luft mehr bekamen: Zeichen für den Tod, für das Sterben mit Christus. Wenn sie dann wieder auftauchten und Luft holten, so war dies ein Zeichen für die Auferstehung, für das neue Leben in Christus. So bedeutet das Taufwasser: Wir werden in das Geheimnis Jesu Christi hineingetauft; wir treten ein in die Gemeinschaft mit ihm und der Kirche.

Ausdeutende Riten

Mit drei kleinen Zeichen deuten wir das große Wasserzeichen der Taufe.
Das erste Zeichen ist das Chrisam, Salböl. „Christus“ bedeutet „der Gesalbte“ (hebräisch: „der Messias“), Christen sind „die Gesalbten“. Die Salbung ist ein Zeichen der Würde und der Erwählung. In früheren Zeiten wurden Propheten, Priester und Könige durch eine Salbung in ihr Amt eingeführt; sie bekamen dadurch ihr Amt von Gott übertragen. Heute hat jeder Christ die Aufgabe, mit Christus zu leben und ihn durch Wort und Tat zu verkünden. Bei der Taufe ist die Salbung ein Zeichen dafür, dass wir unser Christsein geschenkt bekommen; bei der Firmung wird dieselbe Salbung zum Sakrament der Beauftragung eines Christen zum bewussten und aktiven Christuszeugnis.
Das Taufkleid, das ein neu getaufter Christ trägt, ist nicht nur ein Zeichen der Freude, des Festes und des Neuanfangs. Es deutet vielmehr auf ein Wort des Apostels Paulus hin: „Denn ihr alle, die ihr auf Christus getauft worden seid, habt Christus als Gewand angelegt“ (Galater 3,27). So wie unsere Kleidung uns wärmt, schützt und kenntlich macht, so soll der Glaube an Jesus Christus uns nicht nur Geborgenheit und Sicherheit geben, sondern vor allem Auftrag sein, glaubwürdig zu leben und für den Glauben einzustehen. Gott will uns schützen und bewahren, aber er fordert uns auch heraus. Christsein ist Gabe und Aufgabe zugleich. Bei einer Erwachsenentaufe wird das Taufkleid meistens durch einen Taufschal ersetzt.
Die Taufkerze der Neugetauften ist deren persönliche Osterkerze. So wie die in der Osternacht geweihte Osterkerze auf die Auferstehung Jesu Christi hinweist, so stellt die Taufkerze eines Christen seine persönliche Verbundenheit mit dem österlichen Leben Jesu dar. Die Osterkerze sagt: Wir werden ewig leben! Die Taufkerze sagt: Auch ich werde mit den anderen ewig leben! Wie eine Kerze, so braucht auch unser Glaube Nahrung, damit wir „Feuer und Flamme“ bleiben für Jesus Christus. Wie die Kerze sich verzehrt, wenn sie Wärme und Licht gibt, so verschenken auch Christen sich an Gott und aneinander, wenn sie ihren Glauben leben. Dadurch treten sie ein in die Hingabe Jesu Christi an seinen Vater und an die Menschen.

Abschluss der Tauffeier

Die ganze Taufgemeinde versammelt sich in einem großen Kreis um den Altar; auf dem Weg dorthin kann ein Lied gesungen werden (z.B. GL 483,2+4). Der Altar ist die Mitte unserer Kirche; er steht für Jesus Christus, für das Mahl von Brot und Wein, für Jesu Liebe und Hingabe, für seinen Tod und seine Auferstehung. Hier beten wir gemeinsam das Vaterunser; jenes Gebet, das Jesus seine Jünger gelehrt hat und das alle Christen miteinander verbindet. Zum Schluss empfangen wir den Segen. Segnen kommt von lateinisch „benedicere“, Gutes sagen. Wir sagen Gutes im Namen Gottes, auf dass wir füreinander zum Segen werden. Die Gemeinde gratuliert den Neugetauften und ihren Familien, verbunden mit der Bitte um eine kleine Kollekte für das Kinderheim „Children’s Park“ in Kerala/Indien. Das Familienstammbuch wird zusammen mit einem kleinen Geschenk überreicht. Es kann ein Lied gesungen werden (z.B. GL 380,1+2 oder 405,1+2); am Taufbrunnen besteht die Möglichkeit, Andachtsgegenstände oder Taufgeschenke segnen zu lassen.

Herzlichen Glückwunsch!

Ablauf der Tauffeier als PDF-Dokument. (Autor: Stefan Jürgens, 2006-2016 Pfarrer von St. Otger)

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